Diabetes mellitus bei Katzen




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Diabetes mellitus bei Katzen ist eine der häufigsten Stoffwechselstörungen bei Katzen. Die Ursache dieser Erkrankung ist ein relativer oder absoluter Mangel an Insulin.

In erster Linie betrifft diese Krankheit den Kohlehydrat und Fettstoffwechsel. Eine Katze die von diabetes Mellitus betroffen ist leidet zumeist an starkem Durst, muss häufig urinieren, oder fällt der Fresssucht bei gleichzeitiger Gewichtsabnahme anheim.

Die WHO unterscheidet und klassifiziert den Diabetes mellitus bei Katzen in folgende Typen:

1. Primärer Diabetes mellitus:
Typ I oder insulinabhängiger Diabetes mellitus (insulin-dependent diabetes mellitus, IDDM), früher juveniler Diabetes mellitus: Hierbei besteht ein absoluter Insulinmangel durch Verlust oder Zerstörung der Insulinproduzierenden Zellen (ß-Zellen der Langerhansschen Inseln) der Bauchspeicheldrüse. Als Ursache werden genetisches Fehlen und Autoimmunkrankheiten der ß-Zellen auch bei der Katze diskutiert, gefunden wurden ferner virale Infektionen (feline Parvovirose = Katzenseuche) In manchen Fällen entwickelt sich im Verlauf einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ein IDDM. Bei der Katze werden zusätzlich Vakuolisierung
und Degeneration unbekannter Ursache, ferner Zerstörung der ß-Zellen durch Stoffwechselablagerungen gefunden.

– Typ II oder insulinunabhängiger Diabetes mellitus ( non-insulindependent diabetes mellitus, NIDDM), früher auch Erwachsenendiabetes: Es besteht ein häufig normaler oder sogar erhöhter Insulin-Blutspiegel, wobei jedoch die peripheren Gewebe weniger insulinempfindlich sind (Insulinresistenz). Der NIDDM kann durch Erschöpfung der ß-Zellen in den IDDM übergehen. Der NIDDM kommt bei der Katze offensichtlich häufiger vor als beim Hund. Besonders übergewichtige Katzen sind betroffen, wobei mit dem Übergewicht eine Insulinresistenz einhergeht. Dabei bestehen ebenfalls häufig Stoffwechselablagerungen (Amyloidablagerung) in den ß-Zellen.

2. Sekundärer Diabetes mellitus:
– Bisweilen auch als Typ-III-Diabetes bezeichnet. Es handelt sich um Kohlenhydratstoff-Wechselstörungen, die einer anderen Grundkrankheit oder therapeutischen Maßnahme sekundär folgen. In Frage kommt ein durch den Tierarzt ausgelöster oder spontaner Überschuss an Kortison oder durch den Tierarzt ausgelöster oder spontaner Überschuss an Wachstumshormonen.

3. Transiente Hyperglykämie (Stresshyperglykämie) der Katze:
– Unter Stresszuständen kommt es bei der Katze sehr häufig zu einer akuten Erhöhung des Blutzuckers. Beteiligt sind Stresshormone und Glukokortikoide. Der Überschuss an Blutzucker (Hyperglykämie) ist vorübergehender Natur und klingt nach Ende des Stress ab. Da der Zustand bei sehr vielen Katzen vorkommt, ohne dass sich jemals ein Diabetes mellitus ausbildet, dürfte es sich nicht um ein klinisches Vorstadium eines Diabetes mellitus handeln.

Diabetes bei Katzen – Zwei Spritzen täglich

Wie auch beim Menschen geht es darum den Blutzuckerspiegel konstant und stabil zu halten. In vielen Fällen müssen Katzen mit Diabetes mit Insulin behandelt werden. Das Hormon wird zwei mal täglich unter die Haut gespritzt. Üblicherweise kurz vor den Mahlzeiten. Hier tritt allerdings ein weiteres Problem auf. Frisst die Katze nicht, kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Bei Haltern von Katzen, die schlecht oder unregelmäßig fressen wird daher empfohlen die Spritze erst nach dem Essen zu verabreichen.
Eine Unterzuckerung kann auch dann auftreten, wenn die Katze erbricht oder sich enorm anstrengen muss. Jeder Muskel verbraucht Energie in Form von Zucker. Strengt die Katze sich mehr an, wird mehr verbraucht.

Diabetes mellitus bei Katzen – Nebenkrankheiten

Katzen die an Diabetes erkranken, leiden häufig auch an Sekundärkrankheiten. Zahnfleischentzündungen, Geschwüre an den Augen und Nierenschwächen. Nicht selten finden sich bei Katzen mit Diabetes auch Blasenentzündungen. Begünstigt werden diese Sekundärkrankheiten durch die Störungen im Immunsystem sowie Durchblutungsstörungen der Gewebe.

Katzen mit Diabetes können lange leben

Für Katzen mit Diabetes ist wie beim Menschen auch ein strenger Essensplan notwendig. Mehrere Mahlzeiten sind besser als eine üppige Mahlzeit. Kleinere Mahlzeiten sorgen für kleinere und damit besser ausgleichbare Schwankungen im Energiehaushalt. Katzen sprechen sehr gut auf eine spezielle Diabetesdiät an, die in der Hauptsache Proteine und Fett enthält.

Wichtig ist vor allem, dass jede Mahlzeit in etwa den gleichen Energielevel hat, denn die Dosis des Insulins wird darauf abgestimmt.

Eine Katze mit Diabetes stellt sehr hohe Ansprüche an ihren Halter. Viel Engagement, Konsequenz und Ausdauer werden benötigt. Wer diese Herausforderungen meistert kann das Leben der Samtpfote verlängern und erleichtern.

Wann muss die Katze zum Tierarzt?

Eine Katze mit Diabetes ist ein Dauerpatient. Können mit Insulin und Diät viele Folgen aufgefangen werden, kann die Katze dennoch Symptome an den Tag legen, bei denen sofort der Tierarzt aufgesucht werden muss. Folgende Symptome bedeuten Lebensgefahr für die Katze:

Diabetische Ketoazidose
Diabetes mellitus bei Katzen

  • Erbrechen
  • Austrocknung
  • Bewusstseinsstörung
  • Teilnahmslosigkeit
  • Koma

Unterzuckerung

  • Unruhe, Nervosität
  • Muskelzittern und Krämpfe
  • Lähmungen
  • Bewusstseinsstörung
  • Teilnahmslosigkeit
  • Koma

Eine Katze mit Diabetes sollte bei auftreten dieser Symptome sofort zum Tierarzt. Das bedeutet für den Katzenhalter auch, dass er die Notfallnummern der örtlichen Tierärzte immer griffbereit haben sollte.

Video – Erklärung Diabetes Mellitus




Diabetes mellitus bei Katzen – Weitere Informationen

Um noch mehr Informationen zur Diabetes bereitstellen zu können haben wir Wikipedia verlinkt. Dieser Artikel gibt Auskunft.

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